St. Pölten denkt in die Zukunft
Seit 2012 wurde an der Erstellung des neuen Stadtentwicklungskonzeptes, das die Grundlage für die mittel- und langfristige Stadtentwicklung bilden soll, gearbeitet. 2017 wurde es rechtswirksam.
Das neue Stadtentwicklungskonzept plant über das Jahr 2025 hinaus und geht von einer Bevölkerungszunahme von derzeit 54.000 Einwohnern auf 60.000 bis 65.000 Einwohnern aus. Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung sollen vorrangig die umfangreichen Baulandreserveflächen der Stadt genutzt werden. Das Ziel liegt auf einer Stärkung der Urbanität St. Pöltens durch die Förderung der Entwicklung von „Innen“ nach „Außen“.
„Besonderes die zahlreichen Flächenreserven zwischen der historischen Kernstadt und dem Universitätsklinikum besitzen ein immenses Entwicklungspotential für die nächsten Jahre, was inzwischen auch von Bauträgern aufgegriffen wurde“, erklärte Bürgermeister Mag. Matthias Stadler.
Daneben liegt der Fokus auch in der Nutzung von derzeitigen Brachflächen. Neben ehemaligen Industriestandorten, wie z.B. der Glanzstoff oder der Spitzenfabrik in Viehofen, zählen hierzu auch neue Nutzungsüberlegungen für die Kopalkaserne oder den VSE-Platz. Dabei geht es vor allem darum, Gebiete zu entwickeln, die bereits über eine gute Infrastruktur verfügen und schon jetzt mit nichtmotorisierten und/oder öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind.
Stadt der kurzen Wege
Das Stadtentwicklungskonzept strebt eine „Stadt der kurzen Wege" an. Erreicht werden soll das durch die Verflechtung von Wohnen, Arbeiten, Erholung und Versorgung. Die Lebensqualität in der Stadt soll durch eine bessere fußläufige Erreichbarkeit, die Vermeidung von Barrieren, mehr Durchlässigkeit sowie der Errichtung von zentralen, hochwertigen Freiräumen und einem attraktiven Angebot an sozialer Infrastruktur weiter gesteigert werden.
Neben dem Erhalt von Wohnraum kommt der Schaffung von neuen, unterschiedlichen Wohnangeboten große Bedeutung zu. Neben unterschiedlichen Zielgruppenangeboten für verschiedene Altersgruppen sollen neben dem Einfamilienhaus auch unterschiedlichste weitere v.a. flächensparende Wohnformen in den verschiedenen Stadtteilen angeboten werden.
Der Wirtschaftsstandort
Nicht nur die Bevölkerung, auch die Zahl der Beschäftigten wird in den kommenden Jahrzehnten weiter ansteigen. Dabei setzt die Stadt weiter auf eine enge Zusammenarbeit von Betrieben und Bildungseinrichtungen. Nach dem starken Wachstum des Dienstleistungssektors strebt die Stadt die Sicherung und Entwicklung des Industriesektors an. Schwerpunkte dabei werden neben Erweiterungsflächen in den Gewerbeparks von Radlberg und Ratzersdorf insbesondere das neu erschlossene Areal NOE Central in Hart / Wörth sein. Hier besteht ein erhebliches Potential eines Industrie- und Gewerbeparks mit überregionaler Strahlkraft.
Natur- und Kulturlandschaft
St. Pölten ist eine Stadt mit sehr hohem Grünraumanteil. Diese Frei- und Grünräume sollen erhalten bleiben und potentielle Naherholungsgebiete langfristig für die wachsende Stadt gesichert werden. Die Traisen - Begleitflächen sollen als Bestandteil des regionalen Grünzuges, sowie als Rückgrat der „Grünen Adern“ das zentrale, großräumig zusammenhängende Erholungsgebiet, mit naturnahen Abschnitten, für die Bevölkerung darstellen. Für die Verbesserung des Kleinklimas sollen Ost – West - Durchlüftungsschneisen (Frisch- und Kaltluftzufuhr) kommen.
Verkehrsentwicklung
In der Mobilitätsentwicklung legt sich das Stadtentwicklungskonzept fest: Ein Mehr an Lebensqualität kann nur durch ein Weniger an Kfz-Verkehr einhergehen. Da aber die erwartete Zunahme an Einwohnern und Arbeitsplätzen automatisch mit mehr Verkehr verbunden ist, muss die Antwort in der aktiven Förderung des Öffentlichen Verkehrs, des Radverkehrs und des Zufußgehens liegen. Dies gilt vor allem auch für die neuen Siedlungen und Stadtteile.